Oban Malt Whisky Distillery (Schottland) Brennerei Steckbrief

Eingetragen bei: WHISKYpedia, WHISKYpedia Brennereien | 0

Oban Distillery

Die Oban Malt Brennerei zählt zu den ältesten Erzeugern von Scotch Whisky in ganz Schottland. Im Jahre 1794 wurde The Oban Distillery in der kleinen Bucht nahe dem Wasser gegründet. Die Gründer John und Hugh Stevensen gelten auch als Gründer der Hafenstadt, die an den Hängen um die Destillerie gebaut wurde. Seit dem Jahr 1987 zählt der die 14-jährige Standardabfüllung zu den Classic Malts of Scotland Abfüllungen.

Die Brennerei liegt also mitten in der quirligen Küstenstadt in den Western Highlands, von dessen Standort in wenigen Minuten der Fährhafen erreicht wird. Von Oban aus hat man einen wunderbaren Blick auf die große westlich gelegene Isle of Mull.

Das Paar kupferne Brennblasen sind von mittlerer Größe und gleichen in der Form Zwiebeln. Heraus kommt ein hocharomatischer und mittelschwerer Kornbrand gefördert durch den hohen Kupferkontakt bei der Destillation.



Zu den Oban Produkten ...

Oban Fakten im Überblick

 

Region

Schottland, Highlands


Whisky-Gattung

Malt Whisky


Status

In Betrieb


Marken

Oban


Nachbarn

Ben Nevis

Glenlochy

Loch Lomond

Tobermory

 


Oban Produktionsdaten im Detail

Die Oban Distillery zählt nicht wirklich zu den großen Scotch Brennereien in Schottland. Dies ist sicherlich dem Standort mitten in der Kleinstadt Oban geschuldet, da Erweiterungen kaum möglich sind.


Produktionsmengen

Produktionsmenge (Liter pro Jahr):

800.000 (Jahr 2017)

Getreide und Malz

Lieferanten:

Diverse (Speyside)

Malz Spezifikationen:

Ab etwa 2015 Ungetorft

Davor: leicht Getorft

Fermentation

Fermentationszeit:

Bis 110 Stunden

Hefe:

Unbekannt

Washback Anzahl:

4

Washback Fassungsvermögen (Liter):

32.000 auf Floor-Level (Douglasie aus Kanda)

Destillation

Brennblasentyp:

Pot Stills

Anzahl:

2 (1 x Wash Stills und 1 x Spirit Sills)

Wash Still Form:

Normal

Wash Still Fassungsvermögen:

12.600

Spirit Still Form:

Hoch

Spirit Still Fassungsvermögen:

7.200

New Make ABV:

68% ABV

Abfüllung ABV:

63,5% ABV

Reifung

Lagerhäuser:

Traditionelle Dunnage Warehouses am Ort, weitere Diageo Lagerhäuser

Anzahl:

Keine Angaben


Whisky Produktion in der Oban Distillery

Vollkommen traditionell und dazu noch eingebettet auf engstem Raum mitten in die quirlige Kleinstadt Oban produziert die gleichnamige Oban Distillery schon seit weit über 200 Jahren feinste Malt Whisky Varianten. Traditionalität wird groß geschrieben für die Herstellung von feinsten Malt Whisky Varianten in den Highlands. Mit etwas mehr als 600 Tausend Liter an Produktionsmenge zählt die Destillerie eher zu den kleineren im Scotch Whisky Business. Dies macht der Qualität und dem Geschmacksprofil überhaupt keinen Abbruch. Innerhalb des Diageo-Konzern ist Oban sogar die zweitkleinste von rund fünfzig Herstellern. Nur noch die Royal Lochnagar Distillery ist ein wenig kleiner mit einer halben Million Litern an Ausstoss.

Für den einzigartig Charakter der diversen Oban Single Highland Malt Scotch Whisky werden rein drei essentielle Bestandteile erforderlich

  • reines Wasser
  • Gerstenmalz
  • Hefe

Die Einzigartigkeit, im Gegensatz zu den meisten schottischen Whisky-Brennereien ist folgende, noch nie in der Geschichte der Destillerie wurde der Platz der Herstellung verändert noch die Brennerei vergrößert. Seit Beginn Ende des 18. Jahrhundert ist alles nahezu so geblieben, außer die eine oder andere Modernisierung. Oban destilliert nach wie vor mit einem Paar an kupfernen Pot Stills.

Wasser

Die Destillerie bezieht ihr klares und reines Wasser für die Produktion über eine kilometerlange Pipeline aus dem höher gelegenen Loch Glenn a’Bhearraidh. Dieser Stausee ist etwa 5 Kilometer von der Küstenstadt und dem Herstellungsort der Single Malts entfernt.

Die Meinungen über die Verwendung von Wasser, egal ob hart oder weich, geflossen über Granitgestein oder durch torfige Moore, können unterschiedlicher nicht sein und werden bis heute kontrovers diskutiert. Egal was man davon halten möchte oder nicht, Oban produziert einen sehr weichen, angenehm aromatischen und dennoch intensiven Highland Malt Whisky.

Mahlen und Mälzen

Die eigenen Floor malting wurden im Jahr 1968 aufgegeben. Kein Einzelfall in der Branche, in den 1960er und70er Jahren stiegen die Produktionsmengen enorm und es ging um Effektivität für viele Hersteller. Seitdem die eigene Mälzerei aufgegeben wurde bezog Oban sehr leicht getorftes Malz von professionellen Großmälzereien aus dem Land, darunter auch Roseisle Maltings aus Elgin, in der Speyside gelegen. Noch steht eine alte dunkelrote Potreus Patent Malt mill aus Leeds beim Einstieg in die Brennerei-Tour.

Bis in das Jahr 1968 wurde direkt in Oban gemälzt und gemahlen, bis auch Oban ihr spezifisches Malz durch externe Dienstleister bezog. Spätestens seit der Zugehörigkeit zu Diageo ab 1997 können mehrere konzerneigene Mälzereien genutzt werden. Bis etwa 2016 wurde das Gerstenmalz während der Trocknung leicht getorft. Während der Führung erhielten wir die Detailinfo daß die Oban Distillery seit einigen Jahren nicht mehr getorft wird.

Nach dem Mahlen kann über eine Sugarbox, einer kleinen rechteckigen Holzbox mit drei Ebene und unterschiedlichen Perforationsboden das Mischungsverhältnis des Mahlgut (grist) in a) Spelze (husks) b) Grütze (grits) und c) Mehl (flour) ermittelt werden. Denn nur die richtige Zusammensetzung aus allen Teilen garantiert beste Arbeits- und Endpriduktergebnisse.

Beim Maischen wird das Mahlgut in Zeitabständen dreimal mit unterschiedlich heißem Wasser aufgegossen. Beim Ersten Wasser wird auf 7000 kg grist insgesamt 27000 Liter heißes Wasser mit 63 Grad Celsius aufgegossen. Dies entspricht etwas dem Typus einer 1:4 Verteilung von Gerstenmahlgut und heißem, Wasser. Nachdem über den perforierten Boden des lauter tun die erste stark zuckerhaltige Flüssigkeit gefiltert und aufgefangen wurde wird das Zweite Wasser mit 8000 Liter Wasser bei 75 Grad Celsius aufgegossen. Danach ist das Süße Wasser (hot sweet barley water) für den nächsten Prozessschritt, der Fermentation, gesammelt. Der dritte Aufguss, das Dritte Wasser, dient mit 25000 Liter Wasser und 83 Grad Celsius wiederum in Tanks aufgefangen als first water für den nächsten Chargen-Aufguss beim Maischen.

Dieser gesamt beschriebene Prozess dauert etwa 10 Stunden und heraus kommt eben dieses stark zuckerhaltige Flüssigkeit Namens wort. Endlich haben es die Technik und Mitarbeiter geschafft aus Stärke eine stark Zucker haltige Flüssigkeit zu gewinnen. Jetzt ist der Weg frei um Alkohol zu gewinnen.

Die übrig gebliebenen Festbestandteile mit den Schalen nennt der Schotte liebevoll Draff. Dies ist noch kein Alkohol und könnte eigentlich entsorgt werden. Im Kreislauf der Wiederverwertung werden die großen Mengen als Kraftfutter für die Nutztiere an die örtlichen Bauern weiter gegeben. Nicht verwunderlich, da sich genügend Eiweiß, Spurenelemente und Mineralstoffe im Tierfutter befinden. 

Fermentation

Das Süße Wasser, wort, aus dem Prozess des Maischen liegt noch bei gut 70 Grad Celsius. Würde nun die Hefe direkt in die heiße Flüssigkeit zugegeben, wurde diese sofort absterben. Ergo, die Zuckerflüssigkeit muss zuerst langsam heruntergekühlt werden auf ein Niveau von 16,5 Grad Celsius. Damit findet nun die Hefe in den washbacks ideale Voraussetzungen um sich selbst im Zusammenwirken mit dem Zucker in ersten Alkohol und Kohlendioxid umzuwandeln.

Im tun room stehen insgesamt vier washbacks aus Douglasienholz das in den rauhen Gefilden von Kanada als Baum heranwuchs. Diese riesengroßen Holzbehälter sind sechs Meter hoch, wobei man auf der Arbeitshöhe nicht einmal ein Drittel davon sieht. Erst beim Öffnen der schweren Hozdeckel erkennt man die Tiefe und Mächtigkeit dieser Behältnisse. Insgesamt besitzt die Destillerie 4 Washback gleicher Größe unterschiedlichen Alters. Stand Mai 2019 ist der Jüngste gerade einmal 1 Jahr alt während die ältesten schon gut 45 Jahre auf dem Buckel haben.

Insgesamt 32.000 Liter des abgekühlten wort wird nun in einen washback eingepumpt, was dem Floor level entspricht. Mit der Zugabe der Destillierhefe nimmt sich diese dem Zucker in der Flüssigkeit an und wandelt diese durch die Fermentation in Alkohol um. Oban arbeitet dabei mit einer sehr langen Einwirkdauer von rund 4 Tage oder anders ausgedrückt bis zu 110 Stunden. Dies ergibt wunderbare fruchtige Aromen nach Orangen mit einer bierähnlichen Alkoholstärke von 9 Prozent ABV.

Witziges am Rande: Im Visitor Center sind die Rezeption und Stühle aus ausgediehnten und abgebauten Washbacks entstanden.

 

Destillation

Die xxx

Reifung

Die xxx

 


Exklusives alleswhisky.de Whisky Tasting

Nach dem ausgedehnten Besuch der einzelnen Fertigungsstationen geführt und erklärt durch unserem Tourguido Bill steht für alle Teilnehmer im Visitor Center schon Tisch mit neun Gedecken bereit.

 


Oban Geschichte

Eigentlich beginnen die ersten Aktivitäten schon 1793, als die beiden Stevensen Brüder mit dem Brauen an der Westküste von Schottland beginnen. Ein Jahr später, wir schreiben das Jahr 1794, kommt schließlich die Destillation mit dazu. Ort des Geschehens ist die Kleine Bucht (Little Bay) am heutigen Standort der Distillery in der High Street von Oban. Vorangegangen waren die Angebote des Duke of Argyll an Neuunternehmer, der niedrige Zinsen für Willige anbot, wenn diese ein Haus für ihre Unternehmung bauen würden. Die beiden aufstrebenden Stevenson Brüder, John und Hughes, namen die Herausforderung dankend an und kauften darauf gleich die Insel Belnahua, um im Steinbruch Schiefer abzubauen. Die beiden waren ambitioniert, denn sie sollten nicht nur ein Haus werden, es sollte gleich eine ganze Stadt sein, die später den Namen Oban tragen würde.

Die Oban Distillery sollte dann auch bis in das Jahr 1966 in Händen der Familie bleiben, bis der Scotch Whisky Hersteller an den lokalen Geschäftsmann Peter Cumstie verkauft wurde. Dieser wiederum veräußerte Oban im Jahre 1883 weiter an John Walter Higgin. Es war noch ein zartes Pflänzchen mit der Herstellung von Gerstenbränden, jedoch der Name Oban Whisky erhielt immer mehr Bedeutung. Heute mag es einfach sein die Westküstenstadt zu erreichen, jedoch muss man verstehen, die abgelegenen Ort der Highlands waren im 19. Jahrhundert fast ausschließlich schwer zu erreichen. Somit verbreiteten sich Nachrichten sehr langsam wie auch der Transport von Gütern war mühsam. Viele Güter kamen damals noch über den Schiffsweg und auch der Whisky wurde in pulsierende Städte wie Glasgow oder Übersee abtransportiert. Dies änderte sich schlagartig ab 1888 als das immer größer werdende Schienennetz der Bahn auch die Westküste aus dem Süden her erreichte. 

Der Erfolg wurde auch größer auch mit dem durch Higgins vorangetriebenen Umbau in die Brennerei wie man sie nahezu heute im 21. Jahrhundert noch kennt. Erst im Jahr 1898 veräußerte Mr. Higgins sein Werk weiter an einen Großen in der Branche Namens Alexander Edward, der schon in der heutigen Speyside Region die Aultmore Distillery und Craigellachie Distillery gründete und zum Erfolg verhalf. Der neue Eigentümer hielt Oban lange bis in das Jahr 1930 als die gefrässige DCL, ein historischer Vorläufer der heutigen Diageo, auch Brennerei in ihren Schoss übernahm.

In den 1960er Jahren, nach den verherrenden Weltkriegen, wuchs die Scotch Whisky Industrie rasant, und der Eigentümer wollte ab 1968 eigentlich die Produktion schließen. Dabei besann man sich glücklicherweise eines Besseren und baute nochmals um was im heutigen Stillhouse mündet. Die Entscheidung gab den Eigentümern ab 1989 Recht, denn Oban wurde im immer wichtiger werdenden Single Malt Whisky Geschäft ein wichtiger und früher Mitspieler, durch die Auflegung der Oban 12 Jahre Highland Scotch Whisky Eignerabfüllung. Im Jahr 1989 gab es nochmals eine signifikante Anpassung zum heutigen Oban 14 Jahre Whisky und die frühe Aufnahme in die Classic Malts Selection of Scotland, in der alle Regionen Schottlands mit mindestens einem Vertreter präsentiert werden. 

Heute ist der US-Markt für Oban der Wichtigste, da etwa 90 Prozent aller Produktionsmengen Richtung Nordamerika verschifft werden. Auch die Besucherzahlen von fast 40.000 Köpfen pro Jahr kann sich mehr als sehen lassen.


Oban Eigentümer

Konzern

Diageo plc

1997 bis heute

Derzeitiger Eigentümer

United Distillers

1986 bis heute


Frühere Eigentümer

  • 1925 bis 1986 – Distillers Company Limited (DCL)
  • 1923 bis 1925 – John Dewar & Sons
  • 1898 bis 1923 – Oban & Aultmore-Glenlivet Co
  • 1883 bis 1898 – James Walter Higgin
  • 1866 bis 1883 – Peter Curnstie
  • 1794 bis 1866 – Stevensen Familie

 


Oban Timeline

1793

Die Stevensen Brüder brauen erstmals in Oban

1794

Zum Brauen kommt erstmals die Destillation hinzu

1820

Mr. Hugh Stevensen verstirbt und sein Sohn Thomas übernimmt ein Jahr später die Geschäfte

1829

Stevensen ist bankrott und sein ältester Sohn John kauft danach die Brennerei


Oban Kurios

Um die Brennerei herum entstand Ende des 18. Jahrhundert die gleichnamige Stadt Oban. Die Erweiterung hinter der Brennerei mit Warehouses  musste 1890 jedoch nach archäologischen Funden gestoppt werden. Man fand etwa 5000 Jahre alte Überresten von sechs Erwachsenen und vier Kindern im Berg.

 



Produkte & Geschmacksprofil

Oban Produkte sind ganz ausbalancierte Malt Whiskies mit dem Geschmack von reifen Herbstfrüchten und einer Brise salziger Meeresluft. Oban Highland Whisky ist reichhaltig in der geschmacklichen Palette, das durch einen langen Prozess der Fermentation begünstigt wird. Eine Tiefe an Aromen und etwas salziges Karamell lässt sich beim Geniessen gut erkennen.

Der Körper des Oban Whisky ist voll und reichhaltig. Er zeigt geschmacklich leichten Rauch bei mittlerem Volumen und appetitanregender Würze.

Der Oban 14 Jahre Whisky repräsentiert schon seit der Einführung der Classic Malts of Scotland die westliche Highland Region des Landes. Lange Zeit war dieser 14-jährige die verfügbare Standardabfüllung des Brennerei im gleichnamigen Ort.

Im Jahre 2015 wurde mit dem Oban Little Bay, eine Hommage an die Stadt Oban in der wunderschönen Bucht. Am besten ist die Aussicht oberhalb der Stadt beim McCaig’s Tower mit Blick in die Weite bis nach Mull zu bewundern.

Oban Little Bay Whisky Brennerei Buch vom McCaig´s Tower Juli 2013
Oban Little Bay Whisky Brennerei Buch vom McCaig´s Tower Juli 2013

 

Hausstil von Oban: Fruchtig und würzig, mittelschwerer Malt, leicht torfig und Nuancen von Salz.

Lage der Brennerei

Und hier geht es bald weiter mit detaillierten Informationen … zur Oban Whisky Brennerei Steckbrief und vielen weiteren Hintergrundinformationen.