Bourbon – Eine US-Amerikanische Whiskey Geschichte

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Geschichte und Herkunft des Bourbon

Frankreich und die Neue Welt

Im Grundsatz beginnt die Namensgebung dieser amerikanischen Whiskey-Ikone schon in Frankreich. Denn benannt wurde ein amerikanischer Landstrich, der spätere Bourbon County im heutigen Kentucky gelegen, nach dem französischen Adelsgeschlecht, dem Haus Bourbon. Dieses Haus der Bourbonen ist eine Nebenlinie des französischen Königsgeschlechts und hat seinen Beginn mit dem Prinzen Robert von Clermont, der wiederum der jüngste Sohne des französischen König Ludwig IX (dem Heiligen) war. Diese Bourbonen unterstützten Frankreich im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und erhielten deshalb in Folge mit dem historische Bourbon County Ländereien im damaligen Westen von Virginias zugesprochen. Dieser Landstrich wurde später Kentucky zugesprochen. Doch wie bekam nun der Bourbon seinen Namen? Dazu gibt es wiederum zwei Ansätze, die sich alle ihre Berechtigung haben. 

Kornbrände waren nicht die erste Wahl

In den frühen Jahren der Besiedlung Nordamerikas gib es für die meisten Einwanderer wohl mehr ums Überleben. Alkohol wurde immer konsumiert und deshalb waren Gin und Rum die anfänglich vorherrschenden alkoholischen Getränke an der Ostküste der heutigen USA. Natürlich hatten viel Neuankömmlinge auch das Wissen über die Bierherstellung in den Köpfen mit an ihre neue Wirkungsstätte gebracht, jedoch hat Bier einen entscheidenden Nachteil im Einfachen herstellen von Alkohol. Während bei Rum der Saft oder die Melasse mit dem direkt verfügbaren Zucker vergoren werden kann und Gin als Agraralkohol „nur“ mit eingelegten Botanicals geschmacklich „reicher“ gemacht werden konnte, musste beim Bier die Stärke aufwändig in Zucker umgewandelt werden.

Go West

Der Drang der meist europäischen Mischgesellschaft aus Irland, England, Frankreich, Deutschland und vielen weiteren Staaten des Kontinent hieß meist neue Ländereien und Pfründe suchen. Mit der schnellen und einfachen Versorgung von Grundprodukten für Gin und Rum wurde es derweil immer schwieriger, da diese aus der Karibik oder gar Europa importiert werden mussten. Also wichen die Brenner unter den westwärts Reisenden immer öfter auf das Gegebene der Länder aus was meist Äpfel, Roggen und später auch Mais waren.

Erste amerikanische Whiskey Produktionen

So lagen doch die ersten regionalen Schwerpunkte der Produktion für American Whiskey in den heutigen Bundesstaaten Pennsylvania, Virginia und Maryland. Die Europäer hatten noch das Wissen aus der Alten Welt und durch die Abnabelung ihrer Geburtsstätten schon die natürlich vorkommenden Produkte der Amerikanischen Erden als Basis hergenommen. Dies war vorherrschend der Roggen aus dem später einer der Ur-amerikanischen Korn basierenden Produkte mit dem Rye Whiskeys wurde.

Bier war/ist die Basis für europäischen Whisky

Mit dem Bier dauerte es noch ein wenig, da der Rohstoffbezug mit Gerste aus Europa wohl auch kläglich gewesen sein mag. Und der zweite Faktor ist die doch aufwändige Herstellung von Bier, auch wenn es mit Korn (Gerste), Wasser und Hefe nur drei Zutaten sind, die in der Regel zum Erfolg führen. Während die Deutschen im nördlichen Einbeck wie die Weltmeister in nahezu jedem Haus brauten und die Bayern später im April 1516 das Reinheitsgebot für Biere mit Gerste, Hopfen und Wasser verabschiedeten, mussten die Neuamerikaner verzweifelt Alternativwege gehen. Gerste war schon immer die Basis um den Irisch-Schottischen Ur-Malt Whisky zu brennen. Dies ging nun nicht so einfach in der Neuen Welt und clevere Ideen brachten auch dort die Siedler weiter, Rye aus Roggen und der spätere Bourbon auf Basis Mais werden geboren.

Erste Bourbon Varianten enstehen

Die ersten Biere Nordamerikas sollen schon nachweislich 1662 in Connecticut hergestellt worden sein, allerdings wie zuvor beschrieben nicht aus Gerste sondern aus Mais. Hauptsächlich die aus den Englischen und Französischen Kolonien weiter Richtung West und Süden ziehenden Siedler kamen immer mehr in Kontakt mit den Indianern des Nordamerikanischen Kontinent. Der Wissensaustausch zwischen den Volksstämmen brachte für die Europäer neues Wissen hervor. Denn das ursprüngliche Zentrum der Maiskultivierung liegt in heutigen Zentralmexiko, ebenfalls auf dem Nordamerikanischen Kontinent gelegen, und damit eine heimische Pflanze. Dieses stammt nach Ansicht von Fachleuten vom Wildgras Teosinte ab und war schon vor der Einwanderer aus Europa für Nord- und Südamerika eine feste Nahrungsquelle. Und der Mais wuchs besser und schneller als Getreide aus Europa da es sehr genügsam ist. Selbst auf Feldern wo nach der Rodung noch Baumstümpfe stehen und dazwischen die Mais-Setzlinge eingepflanzt wurden.

Bourbon – Der Amerikanische Whiskey

Ein veränderte Maische

Mit der langen einleitenden Vorgeschichte wollten wir bewusst herausarbeiten warum Bourbon etwas vollkommen anderes ist als Malt Whisky oder Grain Variante. Denn Bourbon Whiskey ist eine neue Variante von Whisky geboren durch die Besiedelung der Westeuropäer unter Verwendung von Nordamerikanischem Korn (corn).

Denn dieses Destillat basiert meist auf einer Getreidemischung von drei Grundprodukten welche mindestens 51 % Mais beinhalten muss, meinst sogar freiwillig deutlich mehr beinhaltet und zusätzlich eine gute Portion Roggen, der zweiten amerikanischen Korn-Varianten die die Siedler vorfanden. Und natürlich als drittes eine meist kleine Portion der Gerste, die gerne auch als Katalysastor für die Alkoholgewinnung genannt wird.

Amerikanische Herkunft des Bourbon

Auch wenn eingangs erwähnt wurde dass der Name des Bourbon auf ein französisches Adelsgeschlecht zurück geht und sich dies auch anfänglich auf Virginia und Kentucky bezog, darf Bourbon Whiskey grundsätzlich aus den gesamten USA kommen. In der Realität liegen doch die meisten und großen Bourbon-Destillerien im heutigen Kentucky und in Tennessee.

Tennessee Whiskey

Um es ein für alle Mal klar zu stellen, ein Tennessee Whiskey ist ein Bourbon Whiskey, jedoch kann ein Bourbon nie ein Tennessee sein. Dieser verwirrend klingende Satz hat seine Begründung im Lincoln County Process den die Whiskey Brennereien des Staates im Gegensatz zu den Bourbon-Vertretern zusätzlich durchführen. Es handelt sich nämlich um eine Filtrationsstufe des Rohbrand durch Holzkohle.

Bourbon – Varianten des Kult-Whiskey

Bourbon

Ein Bourbon wird ausschließlich in den USA destilliert auf Basis einer Maische mit mindestens 51 % Maisanteil. Dabei darf der Alkoholanteil bei der Herstellung 80 % vol. Alkohol nicht überschreiten sowie bei der Einlagerung in Neue und Ungebrauchte Fässer für die Reifung aus Amerikanischer Eiche (Quercus Alba) 62,5 % vol. Alkohol nicht überschreiten. Wenn der Bourbon nicht mit dem Wort Straight gekennzeichnet ist, darf er unter bestimmten Umständen bis zu 2,5 % seines Volumens aus Zusatzstoffen, einem Flavoring, bestehen. Grundsätzlich gilt eine Mindestreifedauer von 2 Jahren für Bourbon im Gegensatz von mindesten 3 Jahren für Europäischen Whisky mit Scotch, Irish und weiteren Varianten.

Wichtige Bourbon Vertreter

Jack Daniels

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Jim Beam

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