Whisky Reise Irland 2.0 im Mai 2017 – Tag 6 und 7 – Nordirland

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Im Teil 3 dieser Irland Reise geht es nach Nordirland

Von Dublin aus sind wir letzten Samstag gen Westen gestartet. Galway, die Connemara-Region, die ganze Westküste hoch bis zum nördlichsten Punkt, dem Malin Head. Wir haben Whiskey live erlebt und dabei waren bei Kilbeggan, Tullamore D.E.W., der Connacht Distillery und wollten zur Slibh Liag. Das waren spannende vier Tage mit Sightseeing, viel Natur und hohen Klippen. Und immer wieder das Beste daran der irische Wahlspruch wenn man in Irland Menschen spricht oder Fragen stellt: „Es gibt keine Fremden in Irland, sondern nur Freunde die Du bisher noch nicht getroffen hast.“ Und genauso ist das hier in Irland, egal ob auf der Strasse, im Pub oder beim Wandern – alles freundlich.

Ja und jetzt geht der Loop im Uhrzeigersinn weiter an der beeindruckenden Antrim-Coast der Grünen Insel. Was haben wir nicht schon alles gehört über Nordirland, die Konflikte zwischen Protestanten und Katholiken, den politischen Reibereien und der IRA sowie weiteren kleinen radikalen Splittergruppen. Das Ganze begleitet uns schon von der Kindheit an in den Medien, aus Deutschland heraus wohlgemerkt. Wollen wir wirklich in das Land der Unruhen, des Konfessionsstreit, quasi in das Britische Empire von Irland mit vielen ungelösten Problemen? Ja wir wollen, und wie wir wollen! Und wir können eins vorwegnehmen, wir haben danach ein Mindsetting bei uns selbst durchgeführt und kommen mit ganz anderen und viel positiveren Gefühlen zurück nach in unser eigenes Heimatland.

Mittwoch, der 10. Mai 2017

Heute morgen muss es zwingend ein Full Irish Breakfast sein. Nachts saßen wir noch zusammen und haben bei einem letzten Herrengedeck den Tag revue passieren lassen. Hohe Klippen, wandern, baden im Meer und der nördlichste Punkt von Irland, um nur einiges davon zu nennen. Wir haben viel erlebt und das muss alles nach und nach verarbeitet werden. Auch heute haben wir wieder einiges vor über den langen Tag. Das würde ohne eine ausgefeilte Planung weit im Vorfeld der Reise nicht funktionieren.

Kurz nach 9 Uhr haben wir bezahlt, ausgecheckt, sitzen wieder im Auto und fahren Richtung Süden nach Derry, das früher Londonderry hieß.

Auch Belfast die Hauptstadt von Nordirland ruft uns noch diese Woche. Das Titanic-Museum und eine besondere Black Cab Taxi Tour durch die Hauptstadt geführt durch einen Local, der die Szenerie genau kennt und die Grabenkriege zwischen den Lagern als kleiner Junge in den 60ern und 70ern live miterlebt hatte. Wir sind gespannt und wollen die Informationen als erster Hand haben und uns endlich ein Gesamtbild verschaffen wie der Stand heute in Sachen Sicherheit, Lebensweise und Wohlfühlcharakter ist. Ein beklemmendes Gefühl kommt auf als wir erstmals in den Bogside District fahren. Dieser Tag vor 45 Jahren, der Bloody Sunday,ging auch als Bogside Massacre in die Geschichte ein.

Derry (Londonderry) und die Conflicts

Wir suchen uns einen Parkplatz etwas abseits und werden bei Aussteigen sogleich von einem Stadtbewohner angesprochen. „Ihr könnt hier schon halten aber schaut mal auf die gelbe Doppellinie! Wenn ihr ein Ticket bekommt sind das sicherlich gute 80 irische Pfund, wollt ihr dass?“. Ein guter Hinweis von dem weißhaarigen Mann mit Brille. Jedoch müssen wir mindestens drei mal nachfragen was er uns sagen wollteoo. Wow, der Derry-Dialect ist ja Wahnsinn, und wir dachten wir können Englisch reden und gut verstehen. Nach dem Umparken treffen wir ihn nochmals in der nun historisch bekannten Rossville Street zusammen mit den Leiter des Free Derry Museum in der Nähe des Bloody Sunday Monument und dem Free Derry Corner. Das beste im Gespräch; der Mann der uns zuvor schon angesprochen hatte ist doch tatsächlich Englisch-Lehrer und hat auch viele Schüler aus Deutschland, berichtet er. Na prima denke wir, haben wir dann damals in der Schule der 1970er Jahre nur das reinste Oxford-English aufgesogen? Aus seinen Erklärungen kann man aber auch etwas anderes heraushören. Die Nordiren an der wunderschönen Antrim-Küstenlinie haben es nicht weit nach Schottland, zur Isle of Islay oder nach Campbeltown. Auch die Paps of Jura lassen sich an bestimmten Tagen von der Küste aus erspähen. Somit sind sie den Schotten geschichtlich und geografisch weit näher als den englischen Landsleuten. In jedem Fall fällt mir selbst noch etwas dazu ein, den Dialekt erkenne ich als Glasgow-Dialect, so muss es wohl sein, und er stimmt mir sogar noch zu.

Derry und der Bloody Sunday von 1972 schießt uns immer wieder beim Laufen in die Gedanken. Wie mögen die Schauplätze denn heute aussehen. Es war der 30. Januar 1972 in der Bogside mit einem Marsch von über 10.000 Nordiren, beginnend in Bishop’s Field. Es geht weiter in die William Street wo die unbewaffneten Demonstranten auf paramilitärische Truppen der Britischen Armee treffen, die Strassenbarrieren aufgebaut hatten. Es werden Steine geworfen und die Briten erwidern das Feuer mit Tränengas und Gummigeschossen. Kurz nach 4 Uhr nachmittags eskaliert die Situation vollends und ein Trupp der Soldaten versucht Demonstranten willkürlich festzusetzen, die sich natürlich dagegen mit ihren einfachen Mitteln wehren. Dies alles soll in Rossville Street stattgefunden haben. Die schwer bewaffneten Soldaten suchen Schutz hinter einen niedrigen Mauer im Abstand von ca. 70 Metern zu den Nordiren und beginnen dann wahllos mit scharfer Munition zu feuern. Dabei sterben alleine schon sechs unschuldige Menschen und ein weiterer wird schwer verwundet.

Wir laufen die Rossville Street entlang und fragen uns was hier so kräftig schief gelaufen ist. Ohne es vorweg zu nehmen morgen erfahren wir noch viel, viel mehr darüber bei einer unglaublich interessanten Taxi-Tour in Belfast die seines gleichen sucht. Wir wollen Geschichte lernen, auch wenn man das Rad nicht mehr zurückdrehen kann. In jedem Fall verstehen wir jetzt schon eins nach wenigen Minuten beim lesen der aufgestellten Tafeln. Es hat noch nie geholfen einem anderen Land seine eigene Meinung überzustülpen und zu hoffen die Spannungen werden sich irgendwann alles in Luft auflösen, nein es entstehen politische und auch religiöse Spannungen die dann irgendwann nur noch schwierig zu lösen sind.

Im übrigen nennt man die aufwändigen Wandbemalungen an den Häuser Murals, eine Art Kunst die als architektonisches Element mit an Wänden und großen Flächen am Gebäuden eingebunden wird. Aber schließen wieder diesen Sonntag der Geschichte nochmals ab: Die Demonstration von Derry gingen auf die Strasse um für ihre Bürgerrechte und gegen die Internment-Politik der britischen Regierung zu demonstrieren. Am Ende sind es 13 unschuldige Zivilisten die beim Wunsch ihre Freiheit zu erlangen in kriegsähnlichen Zuständen vor der Haustür erschossen wurden. Da alle Iren unbewaffnet waren führte das Ereignis vollends zu Unruhen in Nordirland.

 

Solche Ereignisse der Geschichte machen sehr nachdenklich und bei der Weiterfahrt ist es auch eine Weile ruhiger in unserem Van. Wir also weiter in Richtung Osten über den River Foyle und stehen dann auf dem Ebrington Square.

Niche Drinks und der Quiet Man

Eine wahre Geschichte die jetzt in die zweite Runde geht. Es beginnt mit einem Barkeeper in Belfast der über 50 Jahre lang hinter der Theke die Geschichten seiner Gäste aufnahm, verarbeitete und dabei immer Stillschweigen bewahrte. Der Man hieß John Mulgrew, genannt The Quiet Man, der viele Geschichten hörte dabei nichts preis gab. Im Irischen sagt man “An Fear Ciuin.” Sein Sohn, der als kleines Kind während der Vater arbeitete oft hinter der Theke spielte, führt die Tradition nun weiter. Er schuf mit dem The Quiet Man eine irische Whiskey Marke, die auch heute schon verfügbar ist. Aus welchen Brennereien der „Stoff“ stammt wird natürlich durch den Anbieter nicht verraten, aber irgendwann will er ihn auch selbst in Derry produzieren.

My father was a bartender who worked over 50 years in bars around Belfast.

Sometimes he would bring me in to work with him and so I grew up loving the sounds and smells of the bar, the craic, the laughter and the smell of the beer and whiskey. Especially the whiskey.

Ein großer Platz, eingesäumt von alten und neuen Gebäuden, auf denen auch die neue Whiskey Brennerei für den Quiet Man entstehen soll. So ganz eindeutig ist das nicht für uns was und wo hier was auf dem großen Platz passieren soll. Bautätigkeiten sind an einem Gebäude in jedem Fall zu sehen. Deshalb sprechen wir Bauarbeiter an um mehr zu erfahren. Diese schildern uns dass wir schon richtig hier stehen und genau diese Gebäude nebenan umgebaut werden sollen, es jedoch Probleme mit der Entsorgung und Weiterem gibt und die Bauarbeiten für die Brennerei deshalb eingestellt sind.

Ganze 30 Arbeitsplätze sollen hier künftig entstehen um den The Quiet Man Irish Whiskey herzustellen und später in der gereiften Variante zu vertreiben. Wir halten weiter ein Auge darauf und fahren weiter auch wenn hier und heute nicht mehr zu erfahren ist.

Joey & Robert Dunlop und das Northwest 200

Ein weiteres Highlight dieser Woche, das wir heute mittag streifen werden, ist ein spektakuläres und jährlich stattfindendes Motorradrennen, das in einem Rundkurs über sonst eigentlich öffentliche Straßen führt. Es startet in Ballymoney und sorgt jährlich für viel Aufsehen. Es ist quasi das Pendant der Isle of Man Tourist Trophy, das hier in Northern Ireland abgehalten wird. Schon seit 1929 wird es jährlich im Mai ausgetragen. Die Rennstrecke wird auch gerne als das The Triangle bezeichnet. Der Verlauf geht über Land nach Süden und wieder nordwärts durch die Städte Portstewart, Coleraine und Portrush und führt über der Straßen A2, B185 und A29. Das North West 200 zählt zu den schnellsten Straßenrennen der Welt und muss auf den schnellen Streckenabschnitten immer wieder durch Schikanen unterbrochen werden. Die bisher höchste Geschwindigkeit wurde bei einem Training zum North West 200 im Jahr 2016 mit Bruce Anstey und einer Geschwindigkeit von 336 km/h gemessen. Die Region hat wohl im Zusammenhang mit dem Event mehrere große Rennfahrer mit Namen Dunlop hervorgebracht. Alleine Robert erzielte auf diesem Kurs 15 Siege und Joey gar 13 Siege.

Wir sind zum ersten Mal in der Region und zumindest alle früher einmal Motorradfahrer gewesen, aber Zeiten ändern sich mit Familie und anderen Schwerpunktslagen die das Leben vorgibt. Deshalb wollen wir heute ein wenig „Benzin“ schnuppern und fahren zum Geschehen nach Ballymoney. Laut der offiziellen Internetseite http://northwest200.org soll in Ballymoney der größte Trubel sein. So direkt ist nichts angeschrieben und auch auf Anhieb nicht zu finden. Wir halten einfach an einer der Durchgangsstraßen in einer Parkbucht und stellen das Auto ab. Beim aussteigen, ohne dass wir es wissen, müssen wir zugeben gleich den richtigen Platz gefunden zu haben. Denn wir stehen direkt vor dem schönen Memorialgarten von Joey & Robert Dunlop, in dem mehrere Biker den beiden Größen huldigen.

Aber noch haben wir heute einige Stationen und um 14:30 Uhr packen wir unsere sieben Sachen zusammen und reisen weiter nach Bushmills zu unserem heutigen Highlight.

Old Bushmills Distillery

Es ist kurz vor 15 Uhr und wir fahren auf den großen Besucherparkplatz der Old Bushmills Distillery in der gleichnamigen Ortschaft Bushmills. Schon bei der Anfahrt sieht man von weiten hoch am Berg liegend die zahlreichen Warehouses mit Millionen von Litern reifendem Whiskey. Also das ist Fakt: Hier geht einiges!

Geschichtlich gesehen hatte es die Bushmills Brennerei auch nicht immer einfach. Klar sie besitzt das älteste Brennrecht auf der Grünen Insel von 1608, das auch auf jeder einzelnen Flasche prangert. James I, damals König von England, Schottland und Irland, erteilte damals Sir Thomas Phillips das Recht Whiskey zu destillieren. Geschehen ist dann lange nichts denn erst im Jahre 1784 wurde tatsächlich die The Bushmills Old Distillery Company durch Hugh Anderson ins Leben gerufen und brannte tatsächlich erstmals hochprozentigen Alkohol. Viel Stillstand, Unterbrechungen und Besitzerwechsel musste die Brennerei über die Jahrhunderte ertragen. Vorletzter Besitzer war der Spirituosenmulti Diageo, der die Destillerie 2005 für £200 Millionen kaufte und dann weiter betrieb. Im November 2014 kam dann die Ankündigung Bushmills wird an die mexikanische Gruppe Jose Cuervo weiter veräußert. Um es gleich vorweg zu nehmen, die Mitarbeitern die wir während unseres Besuchs sprechen konnten, sehen seitdem große Bewegung und Investitionen ins Unternehmen einfließen. Cuervo scheint aus Bushmills etwas noch Größeres machen zu wollen stellen wir ganz deutlich aus den Gesprächen fest.

Wir fünf Schwaben sind überrascht wie viele Menschen diese Brennerei im County Antrim tatsächlich anzieht. Dies ist wohl eine der größte Attraktionen in der Gegend ausser dem etwa 5km weiter nördlich gelegenen Giant´s Causeway.

Nach der allgemeinen Führung durch die Brennerei ereilt uns heute das größte Highlight überhaupt. Wir machen ein exklusives Whiskey-Tasting mit Jack und insgesamt 14 unterschiedlichen Varianten an Old Bushmills Produkten, von denen ein Großteil in Deutschland überhaupt nicht kaufbar ist und ein paar Besonderheiten in Cask Strength direkt aus den Einzelfässern enthält. Großartig!

Unsere Gruppe ist  schon alleine von David beeindruckt, der mit einer großen Hingabe die tolle Auswahl aus unterschiedlichen Faßreifungen- und Alterskombinationen präsentiert. Sein Wissensfundus ist schier unerschöpflich, und während draussen die normalen Besucherströme vorbeiziehen und es langsam abends wird und damit ruhiger in der Brennerei wird, geniessen wir eine ganz besondere Vorstellung mit diesem exklusiven Tasting, Wir haben das Gefühl, heute schließen wir den Laden hier selbst ab, denn wir haben am Ende in der Brennerei unglaubliche vier Stunden verbracht.

David startet eine Kurzvorstellung der gesamten Auswahl und präsentiert zuerst die Blended Whiskeys mit dem bekannten Original und Black Bush. Schon beim Bushmills Black Bush spürt man deutlich den hohen Maltanteil im Whisky. Ein sehr leckeres Produkt zu einem sehr fairem und günstigen Preis zwischen 20 und 25 Euro. Wir betrachten die Preise rein aus deutscher Sicht, da der Kauf in Großbritannien und auch im Duty Free viel zu teuer ist, auch David kriegt große Augen wie günstig wir diesen Bushmills selbst im Shop haben.

Ein kleiner Seitenhieb zum Thema Preise sollte dann schon mal im Allgemeinen sein: Wir sind immer wieder verwundert wie viele Menschen auf den Flughäfen dieser Welt im Duty-Free vermeintlich günstige Schnäppchen kaufen und einheimsen nur weil „offer“ auf dem Preisschild steht oder in einer 1 Liter Variante verkauft wird. Man muss ja nicht gleich alles bei alleswhisky.de kaufen, aber bitte liebe deutschen Mitbürger, kauft eure Waren in Deutschland. Dann macht ihr auf dem Flug zurück nichts kaputt und bekommt die Waren in Deutschland auch via Post komfortabel geliefert. Unsere Meinung zu den Preisen am Flughafen Dublin, durchschnittlich bestimmt 30% teuerer als bei uns im Land. Gleicher Stoff, gleiche Flasche, gleiches Label und deutliche teurerer Preis.

Aber weiter mit den Leckereien bei Bushmills: David holt den 10-jährigen und danach den 16-jährigen Triple-Maturation heraus. Uns beeindruckt grundsätzlich die Weichheit aller präsentierten Drams. Speziell beim 16 Jahre Bushmills gibt es geschmacklich und gratis oben drauf einen Strauss an Früchten mit einem tollen und lange anhaltenden Finishing. Leider sind die Bestände für diese Abfüllung sehr knapp und nach Deutschland schwappt davon viel zu wenig.

Bisher waren wir noch uneingeschränkt dabei, da wir alle präsentierten Waren aus dem Portfolio von Bushmills kennen und selbst verkaufen. Auch den nächsten kennen wir aber hatten noch nicht die Gelegenheit diesen feinen „Stoff“ zu genießen. Der Bushmills 21 Jahre ist etwas wunderbares, ein Whiskey für die kalten Nächte an wärmenden Feuern oder die kalte Jahreszeit. David holt sein Wissen nochmals über die Zusammensetzung komplett heraus und gibt uns einen Einblick in seine Gedankenwelt zu diesem Edelprodukt. Der Whiskey wirkt sowas von Erwachsen am Gaumen und rollt immer wieder in Wellen und Schichten von Frucht und Öligkeit zu unserem Entzücken über den Gaumen dass man auf unseren Gesichtszügen ablesen kann.

Klar hat nicht jeder Otto-Normalverbraucher die Möglichkeit, so wie wir heute nachmittag am nördlichen Ende von Irland, ausgeschweift Whiskey mit vollformatiger Beratung genießen können. Aber auch wir sind jetzt schon ein wenig sprachlos, und wir haben noch den Weg mit weiteren unterschiedlichen und uns nicht bekannten Produkten vor uns, darauf freuen wir uns. Alleine schon die Gelegenheit vom New Spirit aus den Pot Stills, Columns, die Standardreifungen verwoben mit den fachlichen Ausführungen des Experten in der Brennerei ist schon eine Wucht.

So jetzt geht es aber endgültig ans Eingemachte: Wir starten durch und bekommen einen noch fülligeren Eindruck von sehr lange gereiften Produkten, die nur schwer an den Markt zu bekommen sind oder rein für uns aus dem Fass gezapft wurden.

Und das Exklusivste wird uns zum Schluss gezeigt, auch wenn wir es leider nicht selbst probieren dürfen. Hinter dem Schauglas befinden sich die ältesten noch verfügbaren Flaschen an Bushmills Whiskey. Der Pure Malt Whiskey ist von ca. 1880 und wurde durch die Brennerei-Mitarbeiter geöffnet und verkostet. Nach Aussagen von David entspricht der Geschmack von damals aus der betagten Lady auch dem Stil und Charakter wie Bushmills heute noch seine Whiskeys geschmacklich brennt und später zusammenstellt. Bei dem 1880er Tasting wären wir gerne dabei gewesen!

Aber beklagen wir uns nicht wir denn haben ja heute noch mindestens fünf weitere Exklusivitäten vor aus; zwei Abfüllungen aus der limitierten Steamship-Serie mit Sherry- und Port-Reifung wie auch eine Faßstärkeprobe aus dem Einzelfass die über die Zeit um Rum-Fass lag.

Giant´s Causeway

Und klar, dieses Naturschauspiel erster Sahne, mit besonderen 6- oder 8-eckigen Basalt-Formationen, verteilt über mehrere Kilometer direkt am Wasser, lassen wir uns abends nicht entgehen.

Und die Frage: „Wo gehts denn hier zum Giant´s Causeway?“ muss man sich gar nicht stellen. Schon von weitem wird dieses Naturschauspiel auf den Strassenschildern angekündigt und verführt regelrecht genau diese Richtung einzuschlagen. Für uns, nach einem ausgedehnten Brennereibesuch bei Bushmills und vor dem Abendessen, genau noch das richtige Naturschauspiel mit Frischluftcharakter. Wir werden uns die Füße für ein paar weitere Kilometer vertreten und einfach die Gegend im Bild in uns aufsaugen. Quasi immer entlang der Küste …

Bei der Ankunft mit diesem übergroßen Parkplatz und dem großen Visitorcenter schon ein wenig schockiert. Das wirkt fast wie einen Abzocke, eine Touristenfalle, die als Tour mit Ausflugsbussen und 50 Gästen an Bord angeboten wird. Uns beschleicht das Gefühl dass wir hier schon etwas sehen werden und in die Natur kommen, nur wären wir unter Tags hier her gekommen, wären wir pro Person wohl um £11 ärmer um etwas an der Küste spazieren zu dürfen.

Es ist der schiere Wahnsinn was man in Irland und Nordirland an Naturschauspielen erleben kann. Heute hat uns die Natur wieder einmal eindrücklich klar gemacht dass sie die herausragendere und stärke ist von uns beiden.

Die Küste wirkt über viele Kilometer sehr beeindruckend und lässt einen nicht mehr los. Diese Basaltsäulen sind so wunderbar präzise in ihrer Einzelform durch die Natur geschaffen worden, dass sie wie ein Puzzle wirken, das ein Riese im Spiel zusammen gesetzt hatte.

Der Giant’s Causeway, auch der ‚Damm des Riesen genannt, besteht aus etwa 40.000 dieser Säulen und haben wohl ein geschätztes Alter von 60 Millionen Jahren. Experten haben eine maximal Höhe von zwölf Metern gemessen.

Der irischen Legende nach wurde der Damm vom Riesen Fionn mac Cumhaill oder MacCool erbaut. Fionn soll eines Tages von seinem schottischen Widersacher Benandonner so stark beleidigt worden sein, dass er sich dazu entschloss, diesen Damm zu bauen, um Benandonner in einem Duell zu besiegen. Es kam ganz anders aber das ist auch eine andere Geschichte. Tatsächlich sind ähnliche Felsformationen aus Basalt auf den nördlicher gelegenen schottischen Inseln Staffa mit der Fingal´s Cave und auf Skye mit dem Kilt Rock zu erkennen.

Und nun endlich das Dinner …

Bei einem megaleckeren Dinner im The Bushmills Inn, einem Boutique-Hotel das aus dem 17. Jahrhundert stammt, lassen wir den Abend ausklingen und alles nochmals Revue passieren. Und morgen geht es in die Hauptstadt Belfast, wo uns weitere Highlights und eine ganz besondere Tour erwartet.

Hier geht es nach Belfast mit dem vierten Teil unserer Reise durch Irland und Nordirland.

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Hier klicken: Whisky Reise Irland 2.0 im Mai 2017 – Tag 8 – Belfast

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