Masataka Taketsuru (竹鶴 政孝) – Japanischer Whiskypionier

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Der Anfang

Das Jahr 1894

Wenn es um die Geschichte des japanischen Whisky geht steht ein Mann immer im Mittelpunkt – Masataka Taketsuru. Er erblickte das Licht der Welt am 20. Juni 1894 Takehara, etwas 60km von Hiroshima entfernt. Die Taketsuru-Familie war zu damaliger Zeit ein Sake Hersteller, deren Geschäftsaktivitäten bis in das Jahr 1733 zurück geht. Masataka sollte damals in die Firma einsteigen und das Handwerk erlernen – er ging zum Studieren in die Stadt. Im Jahr 1916 erhält der seinen Abschluss an der Technischen Hochschule in Osaka im Bereich Organische Chemie, Bereich Fermentierbare Lebensmittel. Im Anschluss erhält er eine Anstellung bei der Firma Settsu Shuzo Co., ebenfalls in Osaka.

Die Whiskyreise beginnt

Das Jahr 1918

Schon zwei Jahre später, 1918, erhält der von seinem Arbeitgeber die Aufgabe eine Reise nach Schottland zu unternehmen um die Herstellung von Scotch Whisky in der Praxis zu erlernen. Das japanische Unternehmen stellt sich als Vision vor im eigenen Land Whisky zu erzeugen und benötigt dazu dringend eine eigene geeignet Expertise. Noch im Juli des selben Jahres geht Masa von Koba aus mit dem Schiff auf die große Reise, zurerst über den Pazifik in die USA und dann weiter in das gelobte Whiskyland. Während seines ersten Zwischenstopp an der Westküste von Amerika besucht er mehrere Weingüter in der Region von San Francisco um Wissen aufzusammeln.

Das Jahr 1919

Am 31. Januar 1919 erreicht Masataka die Stadt Glasgow am Firth of Forth gelegen. Es sind politisch unruhige Zeiten, in Europa ist gerade der schreckliche 1. Weltkrieg zu Ende gegangen, und die bolschewistische Revolution ist in Russland in vollem Gange. Er schreibt sich an der Universität Glasgwo im Fach Chemie zum Studium ein. Während seines Aufenthalts in Schottland erfährt Taketsuru-san bei der Arbeit in mehreren Distillerien die Geheimnisse der Scotch Whisky Herstellung.

Im April geht es schon an die Praxis mit dem Erlernen zur Herstellung von Malt Whisky. Er hält sich in der Gegend um Elgin auf und beginnt in der etwas südlich davon gelegenen Longmorn Speyside Brennerei seinen Dienst. Zurück in Glasgow soll er ausgerufen haben

…Glasgow is my town

Im Juli geht es weiter zur zweiten Station in die Bo´ness Distillery von James Calder, die Grain Whisky herstellt. Damit hat er nun das Wissen über den traditionellen und geschmacklich schweren, intensiven Malt Whisky. In den Lowlands bei Bo´ness erhält er das Wissen über die zweite wichtige Komponente der Destillation, nämlich in Column (Coffey) Stills. Perfekt!

Seine dritte Station sollte die Kintyre-Halbinsel sein, wo ihn sein nächster Arbeitgeber der Hazelburn Distillery in der Kleinstadt Campbeltown erwartete.

Zurück in Nippon

Das Jahr 1923

Nach seiner Rückkehr auf der Pazifikinsel heuert er bei der Settsu Shuzo Company an, die er 1922 wieder verlässt. Danach startet seine Whisky Karriere tatsächlich als Angestellter mit einem 10-Jahresvertrag bei Kotobukiya Limited, das Unternehmen von Shinjirō Torii, das später Suntory genannt werden sollte. Er ist damit beauftragt die Yamazaki Brennerei nahe Kyoto zu bauen und über eine Dekade lang zu betreiben.

Das Jahr 1934

Der 10-Jahresvertrag in der The Yamazaki Distillery ging zu Ende da sich Shinjirō Torii und Takezuru nicht mehr wirklich verstanden. Er heuerte in der Kotobukiya Brauerei an, dabei muss es damals für ihn wie eine Demütigung gewesen sein, der einzigste voll ausgebildete Whisky Distiller, der seinen vollständigen Beruf als Distiller nicht mehr ausüben kann.

Es musste ein Lösung her

Nach Abstimmung und Gesprächen mit seiner Frau Rita war die Sache klar, er kündigte wieder und die Familie zog in den hohen Norden des Landes, auf die mächtige Insel Hokkaido. Der Gedanke war, nun endlich seine eigene Malt Whisky Distillery aufzubauen, nach seinen Wünschen und traditioneller Art und Weise entsprechend schottischem Vorbild. Wirklich ist der erste Name für die eigene Firma mit Dai Nippon Kaju (Great Japanese Juice Company), da in der Region auch Äpfel wuchsen. Takezuru nutzte einzelne Buchstabenkombination aus seiner ersten Firma für den neuen NIKKA, der sich aus NI und KA der ersten Firma und einem zusätzlichen K zusammengesetzte.

Bau der Yoichi Distillery

In jedem Fall war ihm sofort klar dieser entlegene Ort hat im Bezug auf das Terroir große Ähnlichkeit mit seinem geliebten Schottland. Masa wählte ganz bewusst die Lage mit Ruhe und die Abgeschiedenheit, während die Produzenten im Mutterland Schottland immer mehr weg vom illegalen Moonshine Charakter gingen mit Anbindungen an das Straßen- und Schienennetz. Infrastruktur war eine der Lebensadern um Produkte für die Fertigung und die fertigen Waren baldigst zum Konsumenten zu bringen.

Masataka hatte seine Prinzipien, nicht umsonst durch seine in der Zwischenzeit Jahrzehnte lange Expertise in Sachen Produktion von Malt Whisky. Beginnend von der Frucht, über das aufwändige und anstrengende Mälzen der Gerste, der ersten Alkoholgewinnung der stark zuckerhaltigen Flüssigkeit durch Fermentation unter Beigabe von Hefe bis zur Destillation in den kupfernen Kesseln. In seinem Umfeld soll er gesagt haben

Wort must be clear, yeast must be brewer´s, and the distilling must be cold

Hokkaido hat lange und extreme, kalte Winter und im Sommer wird es warm. Auch das ist nochmals abweichend vom Reifungsverhalten der gaelisch-keltischen Länder mit Irland und Schottland. Während im fernen Europa auf den Inseln ein Verlust, als Angel´s Share gemessen zwischen 0,8% bis 1,5% liegen selbst die Verluste im Norden von Japan gut und gerne bei 2,5% pro Jahr. Sein erster Nikka Whisky wurde schließlich 1940 verkauft. Gut 11 Jahre später als der Suntory Shirofudo, den er selbst als Angestellter in der The Yamazaki Distillery bei Kyoto hergestellt hatte.

Masatauka und Rita

Leider verstarb seine geliebte Frau Rita schon im Jahr 1961 an Leberzirrhose. Takezuru selbst starb 1979 und wurde zusammen mit seiner Frau beerdigt.

 

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