Edradour Malt Whisky Distillery (Schottland) Brennerei Steckbrief

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Edradour Distillery

Sie gilt über die Landesgrenzen hinaus als „The Smallest Distillery In Scotland“. Und sie ist wirklich ein Kleinod im schön gelegenen Tal oberhalb von Pitlochry. Die Zeiten sind wohl vorbei diesen Titel offiziell tragen zu können da der Besitzer Andrew Symigton Großes bewegt und auf der Zufahrt zur Brennerei seit 2016 einen größeren Komplex als Faßlager und Erweiterung der Brennerei in die Tat umsetzt. Ganz 6595 m2 an Fläche sind für diese Maßnahme geplant.

Schon im Jahre 1823, in dem bedeutenden Jahr als in Schottland der „Excise Act“ mit der vereinfachten Legalisierung verabschiedet wurde floss aus der Vorgängerbrennerei von Edradour (Glenforres) noch die Spirituose illegal aus der Brennblase. Als Gründungsjahr wird schließlich das Jahr 1825 als bäuerliche Kooperative in den Hügels Nahe der viktorianischen Kleinstadt Pitlochry angegeben. James Scott und Duncon Taylor werden 1837 durch die Kooperative als offizielle Stellvertreter benannt. Im gleichen Jahr taucht erstmals der heutige Name Edradour „Das Land zwischen zwei Flüssen“ auf.

In den „Statistical Accounts of Scotland“ wird Edradour im Jahre 1839 als eine von sieben Brennereien in der örtlichen Gemeinde mit einem Produktionsvolumen von 90.000 Gallonen Whisky pro Jahr benannt. Im Jahre 1853 übernimmt James Reid, ein regionaler Farmer, die Brennerei und führt sie unter dem Namen James Reid and Company weiter. 1884 wechselt mit John McIntosh erneut der Besitzer, der Sohn einer der ehemaligen Gründer, und führt das Unternehmen zu einem aufblühenden kommerziellen Unternehmen.



„Im Jahre 1938 geht der Eigentümer Whiteley in den Ruhestand und Irving Heim, ein Agent von Frank Costello, der Godfather der amerikanischen „Mafia Connection“, wird Hauptanteilseigner. Im Jahre 1941 versinken 20.000 Fässer vor Insel Eriskey, darunter ein wichtiger Anteil an Blended Whiskys aus dem Hause Edradour. Bekannt geworden dieser Schiffsuntergang durch das Buch und die Verfilmung „Whisky Galore“.“


Edradour Fakten

Region

Schottland, Highlands


Whisky-Gattung

Malt Whisky


Status

In Betrieb


Marken

Edradour

Ballechin


Edradour Geschichte

Sie startete 1825 noch als Glenforres Distillery in der Nähe der viktorianischen Stadt Pitlochry.

1886 besucht Alfred Barnard, der spätere Autor von „The Whisky Distilleries of the United Kingdom“, die Brennerei. 1907 wird die McIntosh Dynastie weiter gestärkt, da Peter, der Neffe von John, mit in das Unternehmen einsteigt. 1911 wird die Partnerschaft nochmals durch John Steward, einen Wein- und Spirituosenhändler erweitert. Nach dem 1. Weltkrieg wächst die Brennerei stetig weiter.

Im Jahre 1933 gibt es mit William Whiteley wieder einen neuen Besitzer, der nun unter der Firmierung JG Turnet & Sons handelt. Whiteley hatte schon zuvor Edradour Whisky zum Blending für seine Flagschiff-Blends „House of Lords“ und „Kings´s Ransom“ verwandt und sichert sich mit dem Kauf der Fertigungsstätte die künftigen Verfügbarkeiten an Whisky.

1947 wird Edradour elektrifiziert und löst das bisherige Mühlrad ab. 1976 stirbt Haim und Edradour kommt in die Hände eines US-amerikanischen und australischen Konsortiums. 1980 erhält die Brennerei den „Queens Export Achievement Award“. 1982 kommt es zum Verkauf an Campbell Distillers, ein Tochterunternehmen der französischen Pernod Ricard. Das Visitor Centre wird 1983 eröffnet. 1986 kommt der Edradour 10 Jahre an den Markt während der Blend „King´s Ransom“ ausgelistet wird. 2002 kauft Andrew Symington´s Signatory Vintages Ltd. Edradour. 2007 wird das neue Abfüllzentrum von auf dem Brennereigelände in Betrieb genommen.

 

 

 

 


Edradour Timeline

1825

Gründung als Glenforres Distillery in einer Art bäuerlichen Kooperative

1837

Erste Nennung des Namen Edradour „Land zwischen zwei Flüssen“

1933

Der Brennerei bekommt mit William Whiteley einen neuen Besitzer

1945

Direkt nach dem verheerenden 2. Weltkrieg trinken die Staatmänner Churchill, Stalin und Truman eine King Randsom Blend aus der Edradour Brennerei

1945

Der französische Spirituosenmulti Pernod Ricard übernimmt die Brennerei Edradour in sein Portfolio

2002

Andrew Symington, der Gründer und Besitzer des unabhängigen Abfüller Signatory Vintage, kauft die Brennerei

2016

Oberhalb der Brennerei entsteht ein neues Faßlager

 

 

 

Edradour Eigentümer

Derzeitiger Eigentümer

Edradour Distillery Company

2002 bis heute


Frühere Eigentümer

  • 1982 bis 2002 – Pernod Ricard
  • 1933 bis 1928 – William Whiteley & Co
  • 1886 bis 1933 – John McIntosh & Co
  • 1860 bis 1933 – John Reid & Co
  • 1841 bis 1860 – John McGlashan & Co
  • 1837 bis 1860 – John McGlashan und lokale Farmer

 

 



 

Zu den Edradour Produkten ...

 

Wissenswertes über die Brennerei

Edradour Malt Whisky ist über die Grenzen hinaus bekannt. Er wird noch wie zu alten Tagen in traditioneller Handarbeit Whisky hergestellt. Alle Prozesse werden dabei ohne den Einsatz von Computern mit fachmännischem Wissen überwacht und manuell gesteuert.

Die Wege sind kurz bei Edradour, erst einmal auf dem Parkplatz angekommen geht es nur wenige Meter über den geschotterten Weg auf die weiß gekalkten Häuschen zu, die im unteren Teil das Visitor-Center und den Shop beherbergen und direkt im Anschluss die einzelnen Stufen der Produktion zeigen. Und all das ist im folgenden Bild erkennbar.

Sehr interessant erschien uns alle deutsche Staatsbürger der geparkte Trabant, direkt gegenüber dem Eingang zum Shop, an dem wir auch gleich freundlich mit deutscher Stimme empfangen werden.

Edradour Whisky Brennerei Trabant Rallye Schild Oktober 2001
Edradour Whisky Brennerei Trabant Rallye Schild Oktober 2001

 

Exklusives Tasting

Schon im Vorfeld der Reise haben wir bei Edradour angerufen und ein exklusives Whisky-Tasting gebucht, das sowohl Edradour, Ballechin wie auch einen tolle Anzahl an Signatory-Abfüllungen beinhalten soll. Kaum angekommen, die Trabi´s vor der Tür begutachtet, geht es in den Shop um uns anzumelden. Acht Man hoch werden mir mit einem netten und Deutschen „Willkommen“ begrüsst und sind erst einmal verdutzt. Die Aufklärung ist folgende: Da deutsche Dame vor der Eingangstür erklärt uns dass ihre Schwester wohl mit Andrew Symington dem Eigentümer befreundet oder liiert ist. Genauer wollen wir es auch nicht hinterfragen. Aha, daher also die German Connection und  das Fahrzeug aus Pappe mit dem Zweitakt-Motor vor der Tür.

Unser Guide wartet schon und nimmt uns im Empfang. Der Weg geht vorbei an den ganzen Produktionsgebäuden weiter nach üben in das Corporate Center in dem für uns ein Tisch mit Leckereien vorbereitet wurde. Im Gespräch meint unser Schotte, er macht die Führungen bei Edradour sehr gerne denn damit habe er wieder eine Aufgabe. Er ist ausgebildeter Elektroingenieur im Ruhestand und seine Frau meinte wohl er solle wieder etwas unter Tags tun. Das wirkt ein klein wenig nach der Filmkomödie „Papa Ante Portas“ mit dem legendären Schauspieler Loriot und wir grinsen in uns rein. Sehr gut das ist Whisky genau das richtige Thema zur Auflockerung und man hat den ganzen Tag viel darüber zu erzählen.

Alles ist vorbereitet und wir verkosten erst einmal einen schönen Edradour Caledonia 12 Jahre mit einer feinen Sherry-Note. Darauf folgt eine limitierte Ausführung mit Burgundy Reifung und ein sehr exklusiver Edradour 26 Jahre. Darauf folgen verschiedene Signatory Abfüllungen mit einem sehr alten The Glenlivet aus den 1970er Jahre und als Abschluss erhalten wir die Torfnote aus dem Hause Edradour mit der Marke Ballechin.

Produktion

So traditionell und putzig die Edradour Brennerei auf den Besucher wirkt genauso funktioniert die Fertigung der Malt Whiskys auch hinter den gekalkten Wänder der Natursteingebäude. Es ist kein Problem dem Mashman oder dem Destillateur mal kurz über die Schulter zu schauen.

 

Warehouse

Seit der Übernahme durch die Signatory Vintage Scotch Whisky Company im Jahr 2002 von Pernod Ricard setzt Andrew Symington sehr stark auf Fortified Wine Fässer in denen vorher Sherry aus Jerez da la Frontera lagerten.

 

Produkte & Geschmacksprofil

Die Whisky Produkte von Edradour sind durch die Größe und die maximal angegebene Produktionsmenge von 100.000 Litern immer nur begrenzt verfügbar. Dennoch geht der Hersteller den Weg mit mehrere Linien. Dazu zählen die Classic Linie, die Cask Strength Abfüllungen, die Wine-Finishings und Reifungen sowie die rauchigen Ausprägungen mit dem Ballechin.

Das Aushängeschild ist der Edradour 10 Jahre, der im Jahre 1987 in der Classic Linie das Licht der Welt erblickte. Etwa ein Viertel der produzierten Menge wird für diese Qualität verwendet.

Edradour 10 Jahre Whisky Brennerei Eingang Oktober 2011
Edradour 10 Jahre Whisky Brennerei Eingang Oktober 2011

 

Andrew Symington ist seit im Jahre 2002 Eigentümer die Farm-Distillery und erfüllte sich damit einen lange gehegten Traum. Unter seiner Führung wuchs die Vielfalt an unterschiedlichen Malt Whisky Qualitäten bald übermächtig an. Zur Classic Range zählt der schon vorgenannte 10-jährige Edradour sowie ein zwei Jahre weiter gereifter Edradour 12 Jahre Caledonia sowie der Cream Liqueur mit 17% vol. Alkohol.

Edradour 12 Jahre Calendonia Whisky Brennerei Warehouse Oktober 2011
Edradour 12 Jahre Calendonia Whisky Brennerei Warehouse Oktober 2011

 

Danach folgen die Cask Strength Abfüllungen mit den tollen Ibisco-Decantern aus dem Sherry- oder Bourbon-Fass und verschiedene weitere Vintages.

Edradour Ibisco Decanter Bourbon Sherry Whisky Brennerei Pot Stills Oktober 2011
Edradour Ibisco Decanter Bourbon Sherry Whisky Brennerei Pot Stills Oktober 2011

Die Bandbreite an Abfüllungen baut nochmals deutlich Breite und Tiefe auf,  mit den Wine Finishes oder Straight from the Cask Abfüllungen. Diese werden in 0,5 Litern abgefüllt und ein schönen farbigen Holz-Cases angeboten. All diese Abfüllungen werden sowohl in Ex-Bourbon als auch den gewünschten Weinfässern gelagert, um die spezifischen Geschmacksnoten der Rot- und Weissweinfässer in den Whisky einzuarbeiten.

Nun sollte es noch nicht genug sein für Symington sein, in er noch weitere Wine-Cask matured Whiskys im Jahre 2003 abfüllte und dem Markt bereit stellte.

Spätestens an dieser Stelle merken sie vielleicht, daß auch Spirituosenhändler manchmal an ihre Grenzen kommen, um diese Bandbreite für den Shop überhaupt zu listen oder geschweige denn beschaffen zu können.

Und selbstredend gibt es natürlich auch eine torfrauchige Highland Variante aus dem Hause Edradour, der den Namen Ballechin trägt. Der Name geht zurück auf eine geschlossenen Brennerei mit Namen Ballechin, direkt aus der Region um Pitlochry.

Edradour Ballechin Brennerei Warehouse Oktober 2011
Edradour Ballechin Brennerei Warehouse Oktober 2011

Edradour Whiskys haben einen würzigen Stil, sind minzartig und sahnig und mit ihrem Volumen mehr nach dem Essen als Degistif oder starke Momente gedacht.

Hausstil von Edradour: Würziger Stil, minzartig und sahnig, mehr nach dem Essen.

Lage der Brennerei

Und hier geht es bald weiter mit detaillierten Informationen … Edradour Whisky Brennerei Steckbrief.