Glenfarclas Malt Whisky Distillery (Schottland) Brennerei Steckbrief

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Auf der Homepage von Glenfarclas ist zu lesen:

“My great-great grandfather, John Grant, born in 1805, purchased Glenfarclas Distillery for £511.19s.0d on the 8th of June 1865. To this day, Glenfarclas Single Highland Malt Scotch Whisky is distilled and matured at our family owned and run distillery, which thanks to the foresight of my forefathers remains independent. Creating a great malt whisky is a time-honoured process. Here in the heart of Speyside, my family has cherished the skills and traditions of fine malt whisky making, handing them down through six generations. We are proud to share our secrets with you”.

John L. S. Grant

Anfahrt zur Glenfarclas Brennerei im Mai 2014
Anfahrt zur Glenfarclas Brennerei im Mai 2014

 

Produkte & Geschmacksprofil

Mächtig und Voluminous wäre vielleicht die richtige Beschreibung dieses genialen Speysiders. Glenfarclas spielt geschmacklich genau in der gleich großen Liga wie Macallan, vielleicht ist gerade er heute sogar der „Rolls Royce of Scotch Whisky“, nachdem Macallan für viele Abfüllungen kaum mehr Sherry-Fässer zu Reifen zur Verfügung stehen.

In den Warehouses der durchgängig unabhängige gebliebene Großbrennerei Glenfarclas unterhalb des mächtigen Benrinnes-Massiv, reift ein Großteil der späteren Produkte in großen spanischen oder europäischen Sherry-Butts. Am liebsten nimmt die Destillerie Fässer in denen ehemals trockener Oloroso heranreifte. Dies betont den Hausstil am besten kommt das Feedback von den Grants.

Glenfarclas bietet seinen Kunden eine große Auswahl an Abfüllungen in Altersstufen. Beginnend mit dem 10 jährigen sind weiterhin der 12, 15, 17, 21, 25, 30 und 40 Jahre alte Produkte erhältlich. Eine Ausnahme bildet der 18 Jahre Glenfarclas, der üblicherweise nicht für den deutschen Markt bestimmt ist.

Ein Hammer im Bezug auf Preis und Geschmack ist der 105 mit seinen 60% vol. Alkohol, und meist abgefüllt in 1 Liter Flaschen, da ursprünglich für den Duty-Free Markt gedacht.

Sehr ausgewählte Fässer werden für unregelmäßig erscheinende Premium Cask Serie herangezogen.

Die Family Casks Serie ist eine einzigartige Sammlung der besten, in der Glenfarclas Brennerei fertig gereiften Fässer. Im Jahre 2007 wurde sie zum ersten Mal aufgelegt. Sie umfasste anfänglich eine Sammlung von 43 einzelnen Abfüllungen, aus jeweils einem einzigen Fass der Jahre zwischen 1952 und 1994. Die Family Cask Serie wird grundsätzlich in Fassstärke abgefüllt und ganz natürlich ohne Kältefiltration oder Zugabe von Farbe belassen, um den feinen Unterschied zwischen den einzelnen Fässern zu bewahren.

Hausstil von Glenfarclas: Ein mächtiger und komplexer Whisky, hat immer eine Sherrynote und ist malzig, vorrangig nach dem Essen.

 


Lage der Brennerei

Steckbrief zur Brennerei

Glenfarclas
Land, Region:Whisky Schottland, Speyside
Koordinaten:Breitengrad : | Längengrad :
Status:Geöffnet, mit großem Besucherzentrum
Unternehmen:In Privatbesitz
Produktionsdaten
Erzeugter Spirituosentyp:Malt Whisky
Wasserquelle:Ben Rinnes
Produktionskapazität:Ca. 3.400.000 Liter
Technische Daten
Wash-Still1 Stück, 29.600 Liter
Spirit-Still1 Stück, 25.000 Liter

Geschichte

Seit dem Jahre 1865 befindet sich die Brennerei Glenfarclas im Besitz einer einzigen Familie, den Grants von Glenfarclas.

Am 08. Juni 1865 erwarb John Grant (1805-1889) den Pachtvertrag der Rechlerich Farm und als Teil dieser Transaktion kaufte er damals die Glenfarclas Destillerie.

Bis in unsere Tage ist Glenfarclas eine der wenigen großen Malt Whisky Brennereien in Schottland, die noch in Familienbesitz sind und von der Familie persönlich geführt werden. Heute befindet sich Glenfarclas in Besitz der fünften und sechsten Generation der Familie und es ist ein Anliegen der Grants, die Vision fortzuführen, Highland Single Malt Scotch Whisky in bester Qualität und im traditionellem Stil der Speyside zu kreieren.

John Grant (1805-1889) sandte seinen Sohn George zur Rechlerich Farm, um dort nach dem Rechten zu sehen, während er selbst auf der Blairfindy Farm blieb. In der Zwischenzeit hatte er die Destillerie an einen entfernten Cousin, John Smith, weitervermietet.

George Grant von 1830 bis 1890
George Grant von 1830 bis 1890

Umgeben von saftigem Grasland, war die Farm ein idealer Rastpunkt für Rindertransporte zwischen den Farmen der Familie in Glenlivet und den Märkten in Elgin. Hier konnten die Viehhändler rasten, das Vieh versorgen und sich selbst ausruhen bei einem oder zwei Glas Glenfarclas Single Malt Whisky.

Als John Smith Glenfarclas 1870 verließ, um die Cragganmore Destillerie zu bauen, nahm John Grant seinen Sohn George als Geschäftspartner mit auf.

Im selben Jahr heiratete George Elsie Gordon, mit der er gemeinsam fünf Kinder hatte, darunter zwei Söhne mit den Namen John und George.

1889 verstarb John Grant und hinterließ George den Betrieb der Destillerie und der Farm. Leider verstarb George ein Jahr später und hinterließ die Lizenz seiner Witwe und ihren beiden ältesten Söhnen John und George.

Holen sie sich bald noch detailliertere Informationen zur Glenfarclas Geschichte mit unserer exklusiven Timeline.

Glenfarclas Beschäftigte im Jahre 1891- Der junge George Grant sitzt ganz rechts auf dem fass

Produktion

Für den einzigartigen Charakter des Glenfarclas Single Highland Malt Scotch Whisky sind nur drei essentielle Bestandteile erforderlich

  • reines Quellwasser
  • Gerstenmalz
  • Hefe

und natürlich dem unermüdlichen Engagement der Familie Grant. Dies ist so seit der Gründung mit Jahre 1805 mit traditionellen Destillationsmethoden, kombiniert mit der einzigartigen Größe und Form der kupfernen Glenfarclas Brennblasen, den speziell ausgewählten Eichenfässern in denen vorher trockener Oloroso-Sherry lagerte und den alten Dunnage-Warehouses unterhalb des Ben Rinnes.

Das Heidekraut schmiegt sich um die Hänge des 840 Meter hohen Berg Ben Rinnes der sich majestätisch hinter der Brennerei erhebt. Im Herbst leuchtet es an den Hängen lila und der Schnee kleidet im Winter den höchsten Berg der Region in schönes Weiß. Der schmelzende Schnee des Winters sickert nach unten durch den Torf, wird tief unter dem Granit filtriert, und kommt als kristallklares Quellwasser, weich und leicht sauer, ideal für die Herstellung von Whisky direkt an der Quelle innerhalb der Brennerei hervor. Das Wasser in der Speyside ist außergewöhnlich und wunderbar für die Herstellung von Malt Whisky, und fast die Hälfte aller schottischen Malt-Whisky Brennereien befinden sind in dieser Region.

Bei Glenfarclas in der Speyside werden jährlich mehr als 3.000.000 Liter hochwertigstem Alkohol produziert und fast ausschließlich für die eigenen Malt Whisky Abfüllungen verwandt.

Mälzen

Dieser heute vorrangig industrielle Prozess bildet den Vorgang nach, der in der Natur durch die natürliche Keimung geschieht. Die in der Gerste enthaltene Stärke wird während der Mälzung durch den Keimvorgang in Zucker (Maltose, Malzzucker und Dextrose) umgewandelt.

Traditionell wurde früher die Gerste in der Brennerei selbst für 48 Stunden in Wasser eingeweicht, dem sogenannten Steeping Prozess. Damit gibt man dem Grundprodukt ideale Bedingungen für die spätere Keimung mit auf den Weg. Das Wasser wird danach abgegossen und die feuchte Gerste auf den Malzboden verbracht, dem Malting Floor, dann in einer etwa 20 bis 25 cm hohen Schicht ausgebracht.

Die Gerste musste früher in mühevoller Handarbeit regelmäßig gewendet werden, um dem Korn das gleichmäßige Keimen zu gewährleisten und Schaden zu vermeiden. Dieser traditionelle Vorgang dauert dann etwa fünf bis sechs Tage an. Nachdem sich die einzelnen Gerstenkörner geöffnet haben und der Keimling ca. 2/3 der Kornlänge erreicht hat, ist die Umwandlung von Stärke in Malzzucker abgeschlossen. Damit ist der Zeitpunkt erreicht, um den Keimvorgang zu unterbrechen. Die Gerste wird ab diesem Zeitpunkt Grünmalz genannt.

Das Grünmalz wird in weiterer Folge auf dem Darrboden verteilt. Dieser spezielle Boden besteht aus einem engmaschigen Gittergeflecht, auf dem das Grünmalz wieder in der gleich hohen Schicht wie beim Keimen ausgebracht wird. Vom Holzfeuerofen, dem Kiln, der mindestens ein Stockwerk tiefer liegt, durchströmt die heiße Luft das feutchte Grünmalz und entzieht ihm so die Feuchtigkeit bis nur noch eine Restfeuchte von 4% bis 5% im Korn steckt.

Während dieses Trockungsverfahrens erhält das spätere Endprodukt Scotch Whisky ebenfalls einen wichtigen Teil seines Charakters, durch das Zufügen von Torf, das bei Glenfarclas mit geringen ca. 3 ppm erfolgt.

Glenfarclas trocknete bis in die 1970er Jahre über Holz und später über Gasfeuer.

Seit Mitte der 1970er Jahre wird das Mälzen nicht mehr direkt in der Destillerie erbracht, sondern wie bei vielen schottischen Brennereien in einer Auftragsmälzerei, in dem der vorher beschriebene Vorgang in großen Trommeln unter höherem maschinellen Einsatz stattfindet.

Das heute bei Glenfarclas angelieferte Gerstenmalz wird vor der weiteren Verwendung in insgesamt elf eigenen Silos auf dem Gelände – sogenannte Hoppers – mit einer Gesamtkapazität von 330 to. zwischengelagert.

Mahlen & Maischen

Die gemälzte Gerste aus den Hoppers wird in diesem Prozessschritt in einer Mühle zum – Grist – gemahlen und dabei in drei verschieden große Anteile bearbeitet.

Glenfarclas Brennerei Malz Mühle Mai 2014
Glenfarclas Brennerei Malz Mühle Mai 2014

Jedoch muß vor dem eigentlichen Mahlvorgang die natürlichen befindlichen Verunreinigungen im Korn wie Steinchen oder kleine Metallteile mit dem vor dem Mahlwerk liegenden – Stoner – aussortiert und entfernt werden.

Glenfarclas Brennerei Verunreinigungen aus dem Stoner Mai 2014
Glenfarclas Brennerei Verunreinigungen aus dem Stoner Mai 2014

Wichtig ist das genaue Mischungsverhältnis in Spelze (Husks 15%), Grütze (Grits 80%) und Mehl (Flour 5%) zu erhalten. Sollte zuviel Mehl im Mahlgut sein, würden beim weiteren Prozess öfter die Siebe der Maischebottiche verstopfen, zuviel Spelze (Husks) den Geschmack negativ beeinflussen können und der Malzzucker ließe sich nicht optimal trennen. Die alte Mühle von Glenfarclas verarbeitet dabei ca. sechs Tonnen Malz pro Stunde.

Das Mahlgut Grist wird im nächsten Schritt in die großen Maischbottischen, den Mash-Tun´s, eingeleitet und in drei sequenziell erfolgenden Schritten mit heißem Wasser übergossen. Im ersten Schritt wird mit 65°C heißem Quellwasser übergossen, um den Malzzucker mit Hilfe des innenliegenden Rührwerkes zu lösen. Durch den Siebboden in der Bottichen wird die Flüssigkeit, genannt Würze oder Wort (Worts) für die weitere Verarbeitung in einen Zwischenbehälter gepumpt. Und ein zweites Mal mit erhitztem Quellwasser übergossen, dieses mal mit 78°C Grad in die Mash Tun geleitet und der Vorgang wiederholt.

Glenfarclas Brennerei Maischebottich im Mai 2014
Glenfarclas Brennerei Maischebottich im Mai 2014
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Beim dritten und letzten Durchgang ist das Wasser schon 95°C heiß und wäscht oder löst die letzten Zuckerreste, die Maltose und Dextrose, aus den übrigen Festbestandteilen. Die bei dem letzten Durchgang gewonnene zuckerhaltige Flüssigkeit enthält nur noch geringe Mengen von gelöstem Zucker und wird in einem separaten Behälter aufgefangen, quasi für den ersten Durchgang der nächsten Maische mit frischem Grist aufbewahrt. Die im Maischbottich entstandene Flüssigkeit, die Würze, wird nun in Kühlern auf 20°C herunter gekühlt. Diese Temperatursenkung ist wichtig. da ansonsten im nächsten Prozessschritt, der Fermentation oder ersten Alkoholgewinnung, die später zugesetzte Hefe durch die hohen Temperaturen absterben würden. Die Maischbottiche von Glenfarclas haben einen gigantischen Durchmesser von zehn Metern und ein Fassungsvermögen von annährend 16,5 Tonnen. Damit sind sie die größten aller Speyside Whisky Brennereien und auch mit die größten der gesamten Scotch Whiskyindustrie.

Der ausgelaugten Maische, übrigens ein beliebter Tierfutter-Zusatz, wir weitestgehend das Restwasser entzogen, bevor es von den Landwirten abgeholt wird.

Fermentation

Die frisch gewonnene und abgekühlte Würze wird für den nun folgenden Gärprozess in die hohen hölzernen Tanks – den Washbacks – gepumpt. Hierfür wird der stark zuckerhaltigen Flüssigkeit spezielle Destillierhefe mit ca. 50kg auf 15.000 Liter Würze (Wort) zugesetzt. Die Hefe beginnt zu arbeiten und das Gemisch wird in annähernd 50 Stunden unter Beobachtung in schwachen Alkohol umgesetzt. Die Washbacks haben im oberen Teil eine Art waagerecht rotierendes Messer – den Cutter – das den durch den Gärungsprozess entstehenen Schaum niedrig hält. Nach der Gärzeit für starke zwei Tage, die teilweise sehr lebhaft abläuft, ist eine bierähnliche Flüssigkeit – die Wash – entstanden, die einen Alkoholgehalt von 9,5% bis 10% besitzt.

Glenfarclas besitzt insgesamt 12 Washbacks mit einer Gesamtkapazität von 500.000 Litern.

Destillation

Die Würze oder Wash wird nun in die erste kupferne Brennblase, die Wash Still – auch Low Wine Still genannt – mit 29.600 Litern Fassungsvermögen gefüllt und von unten direkt mit Gas befeuert um die Würze langsam zu erhitzen. Bereits ab einer Temperatur von 78,3°C beginnt sich der Alkohol deutlich vor dem Wasser zu sieden und verdampft nach oben in den verjüngenden Schwanenhals der kupfernen Brennblase. Der gasförmige Alkohol steigt über den hohen Bogen und gleitet über den Lyne-Arm – einem abfallendem Rohr – in einen Kondensator worin sich der Alkoholdampf durch Kühlung wieder rückverflüssigt. Der größte Teil des Wassers bleibt dabei in der Wash Still zurück. Bei diesem ersten von zwei Brennvorgängen in der Wash Still, nennt man den dabei entstandenen Alkohol – Low Wine – der in der Regel einen Alkoholgehalt von ca. 25% aufweist. Drei Wash Stills mit je 29.600 Litern Fassungsvermögen sind bei Glenfarclas im großen Brennhaus für die Produktion im Einsatz. Der entstandene Low Wine wird danach die zweite Pot Still – der Spirit Still – eingepumpt.

Brennerei Glenfarclas Großes Brennhaus im Mai 2014
Brennerei Glenfarclas Großes Brennhaus im Mai 2014

In dieser ebenfalls kupferenen Brennblasse findet der zweite Brennvorgang statt, bei dem aus dem Low Wine der fertige Rohbrand – New-Make – genannt, entsteht dabei. In der Regel wird bei Glenfarclas ein Alkoholgehalt von 68,5% angestrebt. Dieser frisch erzeugte klare Alkohol erhält durch den zweiten Brennvorgang in den Pot Stills den typischen, fruchtig, malzigen Glenfarclas Charakter, der sich wie ein Fingerabdruck im Geschmack von Rohbränden anderer Malt Whisky Brennereien unterscheidet. Der Single Malt Whisky erhält den überwiegenden Anteil seines individuellen Charakters durch noch vorhandene ätherische Öle, Fette, sowie leichte Esther und andere Geschmacksstoffe aus der Würze -Wash – vom ersten Brennvorgang. Die Destillationsvorgänge wurden früher mit viel Erfahurng und über den Spirit-Safe vom Brennmeister selbst – dem Stillman – von Hand gesteuert. Dazu legte er die Hebel am Safe für den Vor-, Mittel- und Nachlauf selbst um und steuerte damit die Qualität des späteren Produkts maßgeblich aus der eigenen Hand. Heute wird dieser Prozess auch bei der traditionsbewussten Glenfarclas Großbrennerei von Maschinen elektronisch kontrolliert und vom Stillman im Kontrollraum (nur) überwacht.

Der hochprozentige Vorlauf, auch – Foreshot oder Head – genannt, und der niederprozentigere Nachlauf – Feints oder Tail – aus dem zweiten Brennvorgang der kupfernen Spirit Still wird jeweils abgetrennt und bein nächsten Brennvorgang wieder in der Wash Still mitverwendet.

Nur der herausragende Teil, sozusagen das Beste des Durchgangs, der Mittellauf – Middle-Cut oder Heart – genannt, mit einem Alkoholgehalt zwischen 70% bis 60% wird für die späteren Abfüllungen in Eichenfässern zur Weiterreifung in einem separaten Tank zwischengespeichert.

Die Glenfarclas Pot Stills besitzen in der gesammten Speyside-Region größte Kupfer-Innenfläche, was einen sehr großen Einfluß und Charakter auf den erzeugten New Make Spirit hat. Dies ist aber eine andere Geschichte und wird in einem der nächsten Kapitel behandelt.

Glenfarclas, einer der letzten großen unabhängigen Malt Whisky Erezuger in Schottland, produzieren die letzten Jahre einen durchschittlichen Ausstoß von ca. 3 Millionen Liter Rohalkohol.

Glenfarclas Brennerei Blick zum Warehouse im Mai 2014
Glenfarclas Brennerei Blick zum Warehouse im Mai 2014

Reifung

Der Prozess der Reifung in Eichenholz Fässern hat nun den allergrößten geschmacklichen Einfluss auf das spätere Endprodukt. Und diese Aussage gilt für alle Malt Whisky Brennereien rund um den Globus. Die bei Glenfarclas verwendeten Fässer für den späteren Speyside Single Malt Scotch Whisky, sind ein großer Einflussfaktor für Qualität, den einzigartigen Charakter und den Geschmack des Whiskys, der dann in unterschiedlichen Altersstufen und Trinkstärken erhältlich sein wird. Bei den Grants benutzt man fast ausschließlich handverlesene Sherry-Fässer von bester Qualität langjähriger internationaler Partner aus dem spanischen Jerez. Das sind Fässer, die vom Fassungsvermögen das 2- bis 2,5-fache im Vergleich zu den hauptsächlich in Schottland verwendeten Ex-Bourbon Barrels mit 200 Litern aufweisen oder den daraus speziell in Schottland aufgeweiteten Hoagsheads mit ihrem 250 Litern Fassungsvermögen. Und auch gut für die Konsumenten zu wissen, ein gutes ehemaliges Sherryfaß kosten ca. das 8-fache im Vergleich zu den einfachen American Standard Barrels oder Ex-Bourbon. Die angelieferten Fässer werden in der Brennerei selbst, in der Filling-Station, mit dem jungen Rohalkohol befüllt und dann in den umliegenden Lagerhäusern – den Warehouses – für viele Jahre optimal gelagert. Auch dort geht es bei Glenfarclas sehr traditionell zu, durch die Lagerung in den alten traditionellen Dunnage Warehouses, in denen der Alkohol in den Fässern langsamer und gleichmäßiger über die Jahre reifen darf.

Glenfarclas Brennerei alte Fässer bei der Reifung im Mai 2014
Glenfarclas Brennerei alte Fässer bei der Reifung im Mai 2014

 

Die schottische SWA – Scotch Whisky Association – schreibt als gesetzliche Mindestdauer für die Lagerung eines späteren Scotch Whisky drei Jahre und einem Tag vor. Aber niemand in Schottland, und geschweige denn bei Glenfarclas, würde diese Reifezeit als genügend im Sinne des Geschmacks und der Erhabenheit erachten. Bei Glenfarclas reifen die Single Malts typischerweise schon zehn, zwölf, fünfzehn oder noch längere Jahre, und das immer kontrolliert durch den Warehouse-Manager der Destillerie. Beste Reifebedingungen findet der Alkohol in der Brennerei, Nahe der A95 zwischen Grantown-on-Spey und Aberlour, gelegen.

Glenfarclas Brennerei - Valinch im Fass - vor dem zapfen im Mai 2014
Glenfarclas Brennerei – Valinch im Fass – vor dem zapfen im Mai 2014

Durch den Einsatz von guter Qualität für die Fässer und der teilweise extrem langen Reifezeit zählen Glenfarclas Single Malt Whiskys, zu den Besten, was es weltweit am Whiskyhimmel zu kaufen gibt.

Genfarclas Brennerei Whisky aus dem Faß zapfen im Mai 2014
Genfarclas Brennerei Whisky aus dem Faß zapfen im Mai 2014

 

Unser Team konnte sich bei einem Extended Whisky Tasting nach einer ausgedehnten Brennerei Tour im Mai 2014 mehr als nur überzeugen. Die präsentierten Qualitäten bestätigten nur nochmals unser im Vorfeld schon gewähltes Urteil – Spitzenklasse! Die gesamten Produktreihe mitsamt der exzellenten Family-Cask-Series sind ihr Geld in jedem Fall wert.

Dabei wissen wenige, gerade Glenfarclas war eine der ersten Destillerien in Schottland, die ihre Single Malt Whiskys auch in Faßstärke – den sogenannten Cask Strengths – an den Markt brachten. Herausragend ist hierbei ist der Glenfarclas 105, der mit 60% Alkohol, und einer unglaublich voluminösen Geschmacksbandbreite unverfälscht direkt aus den Fässer in die Flaschen abgefüllt wird. Der Besitz mindestens einer Flasche ist für jeden Malt Whisky Genießer fast obligatorisch; denn verdünnen kann man ihn ja immer noch wenn man dies persönlich möchte. Aber wir möchten das meistens nicht, bei dieser regelrechten Geschmacksexplosion am Gaumen dieses herausragenden Stoffs. Denn nicht die Menge im Glas spielt hier die Musik sondern vielmehr was an den Lippen und am Gaumen ankommt. Und dies ist mehr als nur eine Aussage; ein großes Volumen mit viel Sherry und Trockenfrüchten erfreuen den Genießer. Die Idee der reinen Fassstärke-Abfüllungen, oder wie die Amerikaner zu pflegen sagen – Straight from the Barrel – wurde später von fast allen anderen schottischen Destillerien übernommen.

In den einzelnen Glenfarclas-Warehouses reifen zur Zeit etwa 55.000 Fässer, ja richtig gelesen, fündundfünfzigtausend Casks mit einem durchschnittlichen Anfangsfüllstand zwischen 200 bis 500 Liter je Faßvariante, um später den bestem schottischen Whisky zu erhalten. In einer einfachen Rechnung nach Adam Riese ergibt dies die unglaubliche Zahl von ca. 25 Mio. Liter Alkohol, die auf dem Gelände der Glenfarclas Brennerei langsam aber sicher geschmackliche Fahrt aufnimmt. Dabei ist der sogenannte Angel Share noch gar nicht eingerechnet, der jedes Jahr aus den reifenden fässer nochmals 1-2% Füllstand heraus diffundieren lässt. Somit sinkt die reifende Alkoholmenge drastisch im Laufe der Jahre.

Ausserdem verfügt man in der Brennerei noch über einen sehr beeindruckenden Bestand an sehr alten bis zu 60 Jahre alten Single Malts in den einzelnen Sherry-Fässern. Wir dürfen gespannt sein welche leckeren Tröpfchen daraus noch abgefüllt werden und welche Mengen dies ergeben wird.

Einer Hochrechnung zur Folge verbleiben in den reifenden Fässern Schottland, auch dort verhält sich dieser Verlust pro Region nochmals geringfügig unterschiedlich, bei einem 50 Jahre gereiften Destillat nur noch 30% des Edelstoff im Eichenfass, der Rest ist einfach über die Jahre im Austausch mit der Luft verdunstet. What a pity 🙁

Glenfarclas füllt seine lange gereiften Edeldestillate wie viele andere schottischer Brennereien nicht mehr selbst ab. Hier vertraut man den Spezialisten Broxburn Bottlers in der Nähe von Edinburgh, der ebenfalls für Bacardi, Jim Beam, Diageo, Aberfeldy, Glengoyne, BenRiach um nur einige zu nennen, die Flaschenabgefüllung und das Labeling übernimmt. Bevor dies jedoch geschieht, müssen die einzelnen sehr individuell gereiften Fässer, in übergroße Bottiche umgefüllt werden, damit sich die über die Jahre individuell pro Fass aufgebauten Aromen nun homogen verbinden können. Dieser Akt erfordert nochmals eine mehrwöchige Wartezeit bis die attraktiven Glenfarclas Flaschen mit den tollen Destillaten befüllt werden.

Durch die Verwendung von zwei Arten von Fässern, Eiche – sogenanntes plain oak – und hauptsächlich Sherry Fässer, wird der fertige Glenfarclas Whisky mit seiner natürlichen Farbe abgefüllt, ohne Zusätz von Zuckerkulör. Abhängig vom Alter der gewählten Fässer für die diversen Abfüllungen und deren Verfügbarkeit, werden in der Regel zwei Drittel Sherry Fässer aus den Warehouses mit einem Dritten „plain“ Fässer verwendet.

Vor der Abfüllung in die Flasche wird die Alkoholstärke mit Wasser nochmals herunter reguliert. Bei Whisky für den Export liegt der Alkoholgehalt in der Regel der einzelnen Qualitäten bei 43% Vol. Alkohol und innerhalb Großbritanniens bei genau 40%, der Mindestalkoholstärke damit sich dieses Destillat überhaupt Scotch oder Whisky nennen darf.

Eine genauere Zusammenstellung der Fässer ist für den 105er Glenfarclas mit einer Fassstärke von 60 % Vol. Alkohol erforderlich. Von seinem ursprünglichen Alkoholgehalt von 63,5 % mit dem er in die Fässer zum Reifen kommt reduziert sich der Alkoholgehalt ganz natürlich durch den Angel’s Share nach 8 bis 10 Jahren auf fast exakt 60% vol. Alkohol.

Glenfarclas Video

folgt noch

Besucherinformationen

Adresse

Glenfarclas Distillery
Ballindalloch, Banffshire
AB37 9BD Scotland
www.glenfarclas.co.uk
+44 (0) 1807 500257

Besucherzentrum

Ja